Wasserkraft in Deutschland
Der Bedarf an elektrischer Energie steigt immer weiter an. Um den Bedarf decken zu können, ohne die Ressourcen vollständig aufzubrauchen und hochgradig umweltschädlich zu agieren, entwickelt sich der Trend immer stärker zu der Nutzung der regenerativen Energieträger. Einen der vorderen Plätze bei der Stromerzeugung nimmt die Wasserkraft ein, mit welcher schadstoffarm und umweltfreundlich elektrischer Strom hergestellt werden kann. Wasserkraftwerke sind jedoch an besondere Faktoren und Gegebenheiten gebunden, so dass sich nicht jeder Ort auf der Welt, an welchem sich Wasser befindet, als Standort für Wasserkraftanlagen eignet. Zudem ist der Bau kostenintensiv und bedeutet immer einen gravierenden Eingriff in die Umwelt.
Da allerdings die fossilen Energieträger, welche in der Vergangenheit vorrangig zur Stromerzeugung genutzt wurden, nicht unbegrenzt verfügbar sind, ist eine Neuorientierung erforderlich. Diese vollzieht sich auch innerhalb Deutschlands. Ausgehend von Daten aus dem Jahr 2010 wurden rund fünf Prozent des gesamten Stromes aus Wasserkraft gewonnen. Insgesamt wurden ungefähr 426,202 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Von dieser Summe betrug der Anteil der elektrischen Energie aus Wasserkraft rund 21,163 Milliarden Kilowattstunden.
Die Bundesländer mit dem größten Anteil elektrischer Energie aus Wasserkraft waren Bayern, Baden-Württemberg sowie Sachsen. Bayern produzierte insgesamt 65,783 Milliarden Kilowattstunden Strom, von denen 10,654 Milliarden Kilowattstunden aus Wasserkraft stammten. Dies entspricht einem Anteil von 16,2 Prozent. In Baden-Württemberg wurden in der Summe 55,182 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert, von denen mit 5,571 Milliarden Kilowattstunden rund 10,1 Prozent auf die Wasserkraft entfallen. Sachsens Anteil des Stromes aus Wasserkraft an der Gesamtstromproduktion betrug 3,4 Prozent, denn in der Summe wurden im Freistaat 31,051 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, von denen 1,062 Milliarden Kilowattstunden aus der Wasserkraftnutzung resultieren.
Schlusslicht dieser Auflistung ist Thüringen. Insgesamt wurden in Thüringen lediglich 1,136 Milliarden Kilowattstunden elektrischen Stromes erzeugt. Von der Gesamtmenge stammen 0,569 Milliarden Kilowattstunden aus Wasserkraft, woraus sich ein Anteil von 50,1 Prozent ergibt. Das bedeutet, Thüringen ist zwar Schlusslicht bei der Stromerzeugung, allerdings mit einem Anteil von knapp 50 Prozent aus Wasserkraft bei der Nutzung erneuerbarer Energien der Spitzenreiter.
Länder, die keinen Strom aus Wasserkraft erzeugen, sind Berlin, Bremen und Hamburg. Dieser Umstand ist jedoch durch die Gesamtgröße der Bundesländer sowie durch die Bebauung zu erklären.
