E.on stürmt an die Ökostrom-Spitze
Der deutsche Stromkonzern E.on ist beim Portugals EDP eingestiegen. Dies könnte nun ein Katapult für das Unternehmen an die Weltmarktspitze für erneuerbare Energien bedeuten, wie die „Welt Online“ berichtet. Mit seinem milliardenschweren Angebot konkurriert E.on mir chinesischen und brasilianischen Wettstreitern.
E.on verlagert Gewinnproduktion ins Ausland
Portugals neuer Premier, Pedro Passos Coelho, brachte sein ehrgeiziges Privatisierungsprogramm ohne viel Zeit zu verlieren auf den Weg. Noch vor Jahreswechsel soll nun der 21-prozentige Staatsanteil der portugiesischen Elektrizitätsgesellschaft EDP einen neuen Besitzer finden. Für E.on könnte die EDP ein Sprungbrett darstellen. Die Bieterfrist endete am Freitag vergangener Woche. Medienberichten zufolge unterbreitete E.on jedoch das geringste Gebot.
Vor dem Hintergrund der deutschen Energiewende freut sich E.on-Chef Johannes Teyssen über diese Entwicklung und setzte sich nun zum Ziel, schon im Jahr 2015 ein Viertel seines Gewinns in Ländern zu erwirtschaften, die außerhalb der Europäischen Union liegen. Denn nur hier lauern noch wirtschaftliche Wachstumsraten und Hoffnungen auf eine steigende Stromnachfrage. Mögliche Zielmärkte könnten Brasilien, Indien und die Türkei sein.
Höchstgebot von den Chinesen
Die „Journal de Negocios“ berichtete, dass insgesamt vier Bieter einen Wert von 2,3 bis 2,7 Milliarden Euro boten, was einen Aufschlag auf den aktuellen Wert von 22,5 bis 42,9 Prozent bedeutet. Das höchste Gebot machte die chinesische Holding Tree Gorges (Drei Schluchten). Doch das bedeutet noch nicht sicher, ob die Chinesen den Zuschlag bekommen, denn strategische Aspekte könnten ebenso eine große Rolle spielen
Teyssen hat eine Stratege: Er will „mehr Know-how, weniger Kapital“ einbringen und argumentiert in Portugal damit, dass sich die Ökostrom-Aktivitäten von EDP und E-on ideal ergänzen würden. Innerhalb weniger Jahre stieg E.on zum führenden Offshore-Windpark-Betreiber auf. Und auch Portugals EDP führt den weltweiten Ökostrom-Markt – mit Windkraftanlagen an Land.
Würde Portugal den Öko-Zusammenschluss akzeptieren, würden EDP und E.on unbestätigten Gerüchten zufolge Platz eins oder zwei auf der Liste der weltgrößten Ökostromproduzenten stehen.

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