Wasserkraft – Eine der ältesten und meist genutzten Ökostromquellen
Stromerzeugung mit Wasserkraft ist weltweit die meistgenutzte erneuerbare Energiequelle und macht insgesamt etwa 13% der weltweiten Energieerzeugung aus. In Deutschland ist Ökostrom aus Wasserkraft allerdings nur für etwas mehr als 3% der Stromerzeugung verantwortlich und ist mittlerweile von Energie aus Wind und Biomasse übertroffen worden.
Vor- und Nachteile der Erzeugung von Ökostrom aus Wasserkraft
Der Vorteil der Wasserkraft ist neben ihrer allgemeinen Verfügbarkeit und ihrem hohen Wirkungsgrad von normalerweise über 80%, dass Wasser auch zur Energiespeicherung genutzt werden kann, wie das etwa bei Stauseeanlagen geschieht. Damit kann Ökostrom aus Wasserkraft nicht nur zur Deckung der elektrischen Grundlast genutzt werden, sondern bei Bedarf auch Schwankungen im Netz ausgleichen und somit zur Netzstabilität beitragen. Diese Funktion ist sehr wichtig, da im Stromnetz keine elektrische Energie gespeichert werden kann, sondern diese bei entsprechendem Verbrauch erzeugt und eingespeist werden muss.
Andere Vorteile liegen ebenfalls auf der Hand. Wasser wird in einem Wasserkraftwerk nicht verbraucht, es wird lediglich die Bewegungsenergie des Wassers genutzt. Ökostrom aus Wasserkraft ist zudem CO2-neutral; bei Nutzung von Wasserkraft entsteht in der Regel die geringste Menge an Treibhausgasen aller Energiequellen. Die Ausnahme hierzu bilden große Stauseen in tropischen Regionen, in denen größere Mengen Methan durch den Pflanzenverfall entstehen können.
Die entstandenen Stauseen können außerdem als Trinkwasservorrat dienen und von Menschen zur Erholung und Freizeitgestaltung genutzt werden.
Die Erzeugung von Ökostrom aus Wasserkraft birgt aber auch einige Nachteile in sich. So ist der Bau von großen Stauseen und Dämmen ein tiefer Eingriff in die Ökosysteme der Umgebung. Um einen Stausee anzulegen, wird normalerweise ein großes Gebiet überschwemmt, wodurch Lebensraum für dort ansässige Lebensformen verloren geht. Auch menschliche Siedlungen sind davon betroffen; die Bevölkerung muss umgesiedelt werden.
Darüber hinaus sind die Dämme, insbesondere die Turbinen, ein großes Hindernis für Fischbestände und andere Wasserlebewesen, da sie von den Turbinen eingesaugt werden können, insbesondere dann, wenn der Stausee in ihrem natürlichen Wanderweg liegt.
Speziell für den Menschen, aber auch für andere Tiere, stellen Dammbrüche eine Gefahr dar, da Siedlungen sich oft in Flussnähe befinden und eine Überschwemmung oft schwere Schäden anrichtet. Die Erzeugung von Ökostrom aus Wasserkraft in diesen Größenordnungen ist daher nicht ungefährlich.
Kleinkraftwasserwerke – Ökologisch verträglicher als große Stauseen?
Kleinkraftwasserwerke sind kleine Installationen, die normalerweise über keinen Speichersee verfügen, sondern an kleinen Flüssen angebaut werden. Es wird argumentiert, dass hierbei kein bedeutender Eingriff in das Ökosystem der Wasserquelle geschieht und diese Anlagen bei korrekter Bauweise sogar zu einer Aufwertung führen können. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass ein großes, verteiltes Netz an Kleinwasserkraftwerken im selben Gewässer insgesamt einen bedeutenden Effekt auf selbiges ausübt.
Ökostrom aus Wasserkraft ist also nicht die umweltfreundlichste erneuerbare Energiequelle aufgrund der Auswirkungen auf das lokale Ökosystem, trägt aber insgesamt durch die geringen Emissionen zum Klimaschutz bei.
