Naturstrom – günstiger Ökostrom mit Umweltnutzen


Naturstrom ist einer der vier unabhängigen, bundesweit agierenden Ökostromanbieter in Deutschland. Die Naturstrom AG wurde 1998 gegründet und ist damit zugleich auch der älteste unabhängige Ökostromanbieter Deutschlands.

Naturstrom nimmt weiterhin eine Sonderrolle unter den Ökostromanbietern in Deutschland ein, da der angebotene Strommix zu über 50% aus Anlagen stammt, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden. Das bedeutet, dass von Naturstrom gemäß dem EEG keine EEG-Umlage gezahlt werden muss, der Strompreis kann also dadurch trotz eines zusätzlichen Förderbetrags niedriger als der Durchschnitt gehalten werden.

Wie bei anderen echten Ökostromanbieter wird der gelieferte Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien hergestellt, dabei fallen etwas mehr als zwei Drittel auf Wasserkraft, die Restmenge wird mit Windkraft erzeugt. Eine Umetikettierung von Strom, wie sie etwa durch den Handel mit RECS-Zertifikaten erfolgen kann, findet bei Naturstrom ausdrücklich nicht statt.


Form und Ausmaß vorgenommener Förderungen


Weiterhin wurde Naturstrom bereits seit 1999 kontinuierlich mit dem Grüner Strom Label in Gold ausgezeichnet, welches neben den Anforderungen an eine 100%ige Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auch eine intensive Förderung von neuen Erzeugungsanlagen fordert. Dazu ist im Strompreis von Naturstrom ein Förderbeitrag von 1,25cent/kWh enthalten, der ausschließlich zur Neubauförderung verwendet wird. Als zusätzliche Option wird angeboten, diesen Beitrag auf 2,5cent/kWh zu verdoppeln, um so für einen größeren Umweltnutzen zu sorgen.

Eine Förderung von neuen Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien ist eines der zentralen Merkmale eines umweltbewussten Ökostromanbieters. Um einen nachhaltigen Effekt auf die Stromerzeugung und damit den Klimaschutz zu erreichen, muss die Erzeugung von Ökostrom erhöht werden, um damit den Anteil, den etwa Strom aus Kohle- oder Kernkraftwerken im gesamten Strommix hat, zu verringern.

Welche Anlagen dank dieser Beiträge gefördert und gebaut werden konnten, ist auf der Webseite von Naturstrom einsehbar, wo alle Anlagen mitsamt ihren Standorten sowie ihrer Leistung aufgelistet sind. Insgesamt hat Naturstrom bisher den Bau von über 170 Anlagen ermöglicht.

Mengengleiche Einspeisung – Kritikpunkt am Anbieter


Die Einspeisung ins Netz erfolgt wie bei den meisten anderen Ökostromanbietern auch in mengengleicher Form, das heißt, der Versorger speist, über ein Jahr verteilt, mindestens die Menge an Stroms ins Netz ein, die von seinen Kunden in diesem Zeitraum verbraucht wurde. Das kann also dazu führen, dass bei Verbrauchsspitzen von den Kunden mehr Strom verbraucht wird, als von Naturstrom zu diesem Zeitpunkt ins Netz eingespeist wird. Die Differenz wird dann von den jeweils örtlichen Versorgern ausgeglichen.
Obwohl die Erzeugung von Ökostrom bei einer mengengleichen Einspeisung letztlich ebenso groß ausfällt wie bei einer zeitgleichen, wird zuweilen Kritik an dieser Art der Stromeinspeisung geübt, da der Ausgleich von Spitzenlasten durch den Grundversorger dem Ökostromanbieter in Rechnung gestellt wird, essentiell also Geld an reguläre Stromversorger fließt, das bei einer zeitgleichen Einspeisung vermieden bzw. gemindert werden könnte.