Greenpeace Ökostrom – der bevorzugte Ökostromanbieter des Greenpeace e.V.


Als Greenpeace Ökostrom wird manchmal das Ökostromangebot der Greenpeace Energy eG bezeichnet. Diese Bezeichnung ist allerdings etwas irreführend, da Greenpeace Energy in der Praxis unabhängig vom Greenpeace e.V. ist. Der Name darf allerdings dennoch verwendet werden, solange Greenpeace Energy die Ökostrom-Kriterien des Greenpeace e.V. einhält. Eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft ist zu Zwecken des Strombezuges nicht notwendig, eine Mitgliedschaft ist formell jedoch an den Bezug von Greenpeace Ökostrom gebunden.

Die Greenpeace Ökostromkriterien besagen unter anderem, dass mindestens 50% des verteilten Stroms aus regenerativen Energien entstanden sein müssen. Zugleich dürfen maximal 50% aus mit Erdgas befeuerten Kraft-Wärme-Kopplungskraftwerken stammen. Diese KWK-Anlagen müssen zudem einen Wirkungsgrad von mindestens 80% erreichen.

Ziele und Stromherkunft des Greenpeace Ökostrom


Da kein passender Ökostromversorger gefunden werden konnte, entstand 1999 Greenpeace Energy, um die Kriterien des Greenpeace e.V. zu erfüllen. 2 Jahre darauf wurde zudem die Tochtergesellschaft Planet Energy gegründet, die für die Planung und den Bau von Kraftwerken zuständig ist.

Die Gründung von Planet Energy geht einher mit der Form der Förderung von erneuerbaren Energien, wie sie von Greenpeace Energy gemäß den Greenpeace Ökostromkriterien praktiziert wird. Die Genossenschaft verpflichtet sich dazu, alle Neukunden eines Jahres nach spätestens 5 Jahren aus einer in dieser Zeit neu gebauten Anlage auf Basis erneuerbarer Energien zu versorgen. Zu diesem Zweck sind bisher mehrere Wind-, Wasser- und Photovoltaikanlagen in Deutschland entstanden.

Der Großteil des Greenpeace Ökostrom kommt aber nach wie vor aus Wasserkraftwerken in Österreich, da der Kraftwerkspark von Greenpeace Energy nicht ausreicht, die eigenen Kunden zu versorgen. Nach dem Wegfall des EEG-Anteils beläuft sich der Anteil dieser Lieferantenkraftwerke auf knapp 99% des gesamten Greenpeace Ökostrom. Die meisten dieser Kraftwerke sind Altkraftwerke, die vor 1995 entstanden sind. Der restliche Anteil wird von Windparks geliefert. Der jeweils aktuelle Anteil kann auf der Webseite auf dem sogenannten Strombarometer eingesehen werden.

Standorte, Baujahr und Leistungsangaben der Lieferantenkraftwerke sowie der neu gebauten Anlagen lassen sich ebenfalls auf der Webseite der Genossenschaft jederzeit abrufen. Ebenso besteht die Möglichkeit, Einsichtnahme in die Zusammensetzung des Preises für Greenpeace Ökostrom zu nehmen, welche im Vergleich sehr detailliert angegeben wird.

Netzeinspeisung – zeitgleich statt mengengleich


Im Gegensatz zu anderen Ökostromanbietern wird der Greenpeace Ökostrom zeitgleich ins Stromnetz eingespeist. Im Gegensatz zu einer mengengleichen Einspeisung wird dabei jederzeit genau die Menge Strom eingespeist, die laut dem Lastprofil eines Verbrauchers zu jeder Tageszeit benötigt wird. Damit wird die Menge an Strom, die als Ausgleich zu Verbrauchsschwankungen von regulären Kraftwerken genutzt wird, minimiert. Der Grund für diese Art der Einspeisung liegt in der Tatsache, dass die Ausgleichsmenge dem Ökostromversorger in Rechnung gestellt wird, und somit Geld für nicht ökologisch verträgliche Energiegewinnung ausgegeben wird.