Greenpeace Energy e.G.


Die Gründung der Greenpeace Energy e.G.


Nachdem der Greenpeace e.V. vergeblich nach einem Stromanbieter suchte, der die strengen Vorgaben für Ökostrom erfüllen konnte, nahmen engagierte Greenpeace-Mitarbeiter die Sache selbst in die Hand. So wurde 1999 die Greenpeace Energy e.G. gegründet. Es handelt sich dabei um eine eingetragene Genossenschaft. Greenpeace selbst hält als Gründungsmitglied einen symbolischen Anteil von 55 Euro, sonst haben beide rechtlich und wirtschaftlich nichts gemein. Die Verwendung des Namens ist an vertragliche Bedingungen geknüpft. So verpflichtet sich die Greenpeace Energy die Qualitätskriterien für Ökostrom zu erfüllen. Um das Netzmanagement und die Energieabrechnung kümmern sich die Stadtwerke Schwäbisch Hall, welches ein Partnerunternehmen ist.

Durch die Rechtsform der Genossenschaft, kann die Firma von Banken und Großanteilseignern unabhängig bleiben und das Eigenkapital auf einer großen Basis von Anteilseignern aufbauen. Da jedes Mitglied unabhängig von der Anzahl der Anteile nur eine Stimme erhält, ist eine Übernahme oder Beeinflussung durch Großinvestoren ausgeschlossen. Des Weiteren gibt die Greenpeace Energy e.G. an, dass die Gewinnmaximierung nicht zu ihren Zielen zählt.

Woher bezieht die Greenpeace Energy e.G. ihren Strom?


Zu den wichtigsten Kriterien zählt der Strommix. Die Bestimmungen von Greenpeace sehen vor, dass kein Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken kommen darf. Des Weiteren müssen mindestens 50% aus erneuerbaren Energien stammen und dürfen höchstens 50% durch erdgasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen produziert werden. Die derzeitige Prognose der Greenpeace Energy e.G. für 2010 sieht einen Strommix vor, der zu 99% durch Wasser- und 1% durch Windenergie gewonnen wird. Da die eigenen Kraftwerke augenblicklich nicht genug Strom produzieren, kauft die Genossenschaft Strom aus österreichischen Wasserkraftwerken und zwei österreichischen Windparks dazu. Generell wird auch die Energiegewinnung durch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen von Greenpeace befürwortet. Diese schließen vorerst die Lücke beim Wegfall von Atom- und Kohlekraftwerken, denn derzeitig kann eine vollständige Versorgung mit erneuerbaren Energien noch nicht sichergestellt werden. Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen müssen laut Greenpeace dabei allerdings einen Wirkungsgrad von wenigstens 80% haben.

Die Greenpeace Energy e.G. hat sich dazu verpflichtet die abgegebene Menge Strom nach spätestens fünf Jahren durch neu gebaute Kraftwerke ins deutsche Netz einzuspeisen - damit beauftragt ist die Tochterfirma „Planet energy“. So wächst nach und nach der Anteil an ökologisch gewonnenem Strom. Ein wichtiger Schritt zur Abkopplung von Kohle- und Atomkraftwerken. Zwei unabhängige Institute prüfen jährlich die Einhaltung der Greenpeace-Ökostrom-Kriterien: der TÜV Nord und ECOFYS. Zudem haben weitere Institute, wie zum Beispiel Ökotest und Verivox die Noten gut und sehr gut verteilt.

Außergewöhnlich für die Greenpeace Energy e.G. ist ihre Transparenz. So werden namentlich alle Kraftwerke genannt, die an der Einspeisung beteiligt sind. Des Weiteren können Sie auf der Anbieterhomepage viertelstündlich erfahren, wie sich der Strom zusammensetzt – also welchen Anteil derzeit Wasser und Wind halten.