Elektrizitätswerke Schönau GmbH
Die spektakuläre Geschichte der Elektrizitätswerke Schönau GmbH
Die Besonderheit der Elektrizitätswerke Schönau GmbH (EWS) liegt wohl vor allem in Ihrer Entstehung. Vom Atomunglück in Tschernobyl tief berührt, wurden Schönauer Eltern aktiv. Die Initiative „Eltern für atomfreie Zukunft e.V.“ wurde gegründet. Darauf folgte später eine kleine Firma, die die Produktion von umweltfreundlichem Strom unterstützte. In ihren Bemühungen wurden Sie stets vom ansässigen Netzbetreiber behindert. So bot er 1990 der Stadt Schönau 100.000 Mark zusätzlich für die vorzeitige Verlängerung des Konzessionsvertrags um weitere 20 Jahre. Die Bürgerinitiative bot die gleiche Summe um die Stadt umzustimmen. Leider entschied sich die Stadt für den Betreiber, sodass sich die Initiative gezwungen sah einen Bürgerentscheid in die Wege zu leiten. Im Oktober 1991 gewann die Bürgerinitiative mit 56%.
Die Elektrizitätswerke Schönau GmbH wurde 1994 aus der Taufe gehoben – einziger Gesellschafter war die Netzkauf GmbH, an der über 650 Bürger beteiligt waren! Im November 1995 erteilte dann auch der Stadtrat die notwendige Konzession. In einem weiteren Bürgerentscheid konnte sich die EWS ein weiteres mal gegen ihre Gegner durchsetzen und wurde so zum neuen Schönauer Stromversorger gewählt. Nun wurde die EWS vom bisherigen Betreiber zu einer Zahlung von 6,5 Millionen Mark aufgefordert, nachdem anfänglich mit 8,7 Millionen DM gepokert wurde. Vier Millionen Mark stammten aus Beteiligungen und dem „Schönauer Energiefond“, der Rest wurde über die spektakuläre bundesweite Spendenaktion „Ich bin ein Störfall“ finanziert.
Bereits von Anfang an boten die Elektrizitätswerke Schönau GmbH ihren Kunden Energiespar-Tarife und gute Vergütungen für ökologische Stromerzeugung. Besonderes Augenmerk galt dabei der Solarenergie. Trotz ausstehender Genehmigung wurde 1998 das erste Solarmodul auf dem Kirchdach der Schönauer Kirche errichtet, heute als „Schöpfungsfenster“ bekannt.
Für ihr Engagement in Sachen Umwelt- und Ressourcenschutz, Nachhaltigkeit und soziale Lebensbedingungen erhielten die Elektrizitätswerke Schönau GmbH etliche Preise und Auszeichnungen:
1994 „Deutscher Energiepreis“
1997 „Henry Ford European Conservation Award“ in der Kategorie Umwelttechnologie
1999 „Nuclear Free Future Award“
2003 „Europäischer Solarpreis, Sonderpreis für besonderes persönliches Engagement
2004 „Aufwind für Erneuerbare Energien“, Verleihung der Ersttagsmarken als einzigem
Energieversorger
2004 „Bundesverdienstkreuz am Band“
2006 „Preis der Arbeit“
2007 „Deutscher Gründerpreis“
2008 Publikumspreis der „Utopia Awards“
Ziel der EWS ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Investition in die Zukunft – für eine atomfreie und Unabhängige Energieversorgung. Weitere Leitlinien der Elektrizitätswerke Schönau GmbH sind bürgerliches Engagement, transparente Unternehmenspolitik und die Demokratisierung der Stromerzeugung. So beliefert die EWS mit Sitz in Schönau nicht nur Kunden in ganz Deutschland mit Ökostrom, sondern fördert dazu auch aktiv neue Stromerzeugungsanlagen in Bürgerhand machen sich stark fürs Energiesparen.
Woher kommt der Ökostrom der Elektrizitätswerke Schönau GmbH?
Schönau ist in Deutschland die Gemeinde mit der höchsten Photovoltaikleistung in einem geschlossenen Netzgebiet. Durch das große Engagement der Bürger und die attraktiven Vergütungen der EWS, speisen viele Einwohner ihren nicht benötigten Solarstrom ins Schönauer Stromnetz ein. Weiterer sauberer Strom wird durch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Wasserkraftwerke gewonnen. Weiterhin kauft die Elektrizitätswerke Schönau GmbH nur bei Erzeugern, die keine Kapitalbeteiligungen an Atomkraftwerken und deren Tochterunternehmen haben. So konnten 2008 90,9% des Stroms durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Die restlichen 9,1% wurden durch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erzielt. Nur mit deren Hilfe können erneuerbare Energien mittelfristig Atom- und Kohlekraftwerke ersetzen.
