Ökostrom kann durchaus billig sein
Billiger Ökostrom ist kein Gegensatz, gleichzeitig ist es aber auch häufig so, dass billiger Ökostrom gar nicht so Öko ist, wie der Name vermuten lässt. Ein rechtzeitiges und umfassendes Informieren ist hier sehr wichtig.
Warum Ökostrom nicht teuer sein muss
Ökostromerzeugung ist nicht abhängig von Ressourcen, die zur Energiegewinnung extra eingekauft oder hergestellt werden müssen, wie etwa Kohle für ein Kohlekraftwerk. Stattdessen sind Wasser oder Wind immer verfügbar, und es werden lediglich die darin enthaltenen Energien genutzt, ein Verbrauch findet in dem Sinne nicht statt. Das hat den Vorteil, dass die Erzeugungskosten geringer sind und zudem bei diesen Energiequellen keine Preisschwankungen, die bei dem Erwerb von Ressourcen entstehen können, zu erwarten sind. Man könnte also davon ausgehen, dass dadurch wirklich billiger Ökostrom möglich ist.
Etwas ausgeglichen wird diese Ersparnis aber durch die zusätzliche Förderung und Investition in neue Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, die in der Regel von seriösen, umweltbewussten Ökostromversorgern vorgenommen wird, um einen nachhaltigen Klimaschutzeffekt zu bewirken.
Dennoch liegen die vier großen, seriösen Ökostromanbieter EWS Schönau, LichtBlick, Greenpeace Energy und Naturstrom in Deutschland etwas unter dem mittleren Strompreis, echter Ökostrom ist daher durchaus auch billiger Ökostrom. Im Vergleich mit den Grundversorgertarifen insbesondere der Stadtwerke kann hier in der Regel gespart werden.
Warum billiger Ökostrom aber oft nicht Öko ist
Stromversorger, die Ökostromtarife anbieten, gibt es viele, aber die meisten werden gemeinhin nicht zu den „echten“ Ökostromanbietern gezählt. Das liegt zum einen daran, dass viele der billigen Anbieter für ihren Ökostrom schlicht billig RECS-Zertifikate einkaufen. Mit diesen Zertifikaten, die in der Regel aus dem nordeuropäischen Ausland stammen, kann der normal produzierte Atom- oder Kohlestrom ganz einfach zum Ökostrom umetikettiert und als solcher verkauft werden, auch, wenn der Anbieter selbst über kein Anlagen zur Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien verfügt.
Zum anderen wird von diesen Anbietern oftmals auch nicht in die Ausweitung von erneuerbaren Energien investiert, ein tatsächlicher ökologischer Nutzen entsteht daher nicht. Ein Nutzen entsteht auch dann nicht, wenn der billige Ökostrom aus alten Wasserkraftwerken stammt, die schon seit langer Zeit in Betrieb sind, da auch hier die Produktion und der Anteil an erneuerbaren Energien im Gesamtstrommix unverändert bleibt.
Wer ganz besonders umsichtig auf einen Umweltnutzen achten will, der legt zudem auch noch darauf Wert, dass der gewählte Anbieter billigen Ökostroms in keinerlei Verbindung mit einem der großen Energiekonzerne auf dem deutschen Markt steht, die zwar auch Ökostromtarife anbieten, aber ansonsten nicht an einer Energiewende zugunsten erneuerbarer Energien interessiert sind.
So landet man als umweltbewusster Verbraucher zwar letztlich nicht bei den absolut günstigsten Anbietern, aber billiger Ökostrom ist dennoch im Vergleich sehr günstig.
