Beispiel Bürgerwindpark


Windparks können unterschiedlich betrieben werden. Als Betreiber kommen neben Privatpersonen und Gesellschaften in Form einer GmbH oder auch einer KG zudem Gewerbetreibende oder auch Energieversorger in Frage. Die Betreiberstruktur kann demzufolge als durchaus heterogen beschrieben werden. Als besonders erfolgreiches Modell eines Windparks hat sich der sogenannte Bürgerwindpark erwiesen. Hinter diesem Modell steckt ein eigentlich simples Prinzip.

Die Bürgerwindparks entstehen unter enger Zusammenarbeit zwischen den jeweiligen Initiatoren, die oftmals Personen aus der Region sind, mit beteiligen Gemeinden und der ortsansässigen Bevölkerung. Die hohe regionale Akzeptanz und Teilhabe wird besonders durch die niedrigen Mindestbeteiligungssummen für die Anwohner, deren bevorzugte Berücksichtigung bei der Zuteilung von Kommanditanteilen sowie mit Hilfe von durchdachten Pachtzahlungs- und Ausschüttungsmodellen erreicht.

Wie lohnenswert ein Bürgerwindpark für die Beteiligten sein kann, verdeutlicht das folgende Beispiel. Denn auch Grundstückseigner, auf deren Grundstücken sich keine Windenergieanlage befindet, können Pachtzahlungen erhalten, wenn die Grundstücke beispielsweise nah an der Windenergieanlage liegen oder das Grundstück für Zuwege oder Kabeltrassen zur Verfügung steht. Die Bürger helfen mit, elektrischen Strom umweltfreundlich herzustellen und profitieren zusätzlich finanziell. Für die Gemeinden bedeutet die Beteiligung an einem Bürgerwindpark eine zusätzliche Einnahmequelle aufgrund der fälligen Gewerbesteuern. Im nördlichsten Landkreis Deutschlands, in Nordfriesland, sind die Bürgerwindparks bereits die Regel.

Seinen Siegenzug begann der Bürgerwindpark Mitte der 90er Jahre. In dieser Zeit machte man sich auf die Suche nach geeigneten Flächen für Bürgerprojekte. Zu diesem Zweck wurden durch die Initiatoren verschiedene Gutachten in Auftrag gegeben. Die Zielstellung bestand darin, die Flächen mit der geringsten Auswirkung durch Schall oder Schattenwurf zu finden. Die hohe Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung konnte durch das Erstellen verschiedener Gutachten und die Suche nach geeigneten Standorten zusätzlich verbessert werden. In Nordfriesland sind ungefähr 90 Prozent der Windparks unter Bürgerbeteiligung entstanden. Dazu gehören unter anderem die Bürgerwindparks in Ellhöft und Galmsbüll.

Zudem existieren seit Kurzem in den beiden Orten die größten Repowering-Projekte an der deutschen Nordseeküste. In Galmsbüll konnte die installierte Leistung der Windenergieanlage von ungefähr elf auf 49,3 Megawatt erhöht werden. In Ellhöft ist eine Steigerung von ungefähr acht auf 24 Megawatt gelungen. Die Bürgerprojekte sind zukunftsweisend, denn durch sie konnte technisch zukunftsweisende und hochqualitative Windenergieanlagen geschaffen werden. Beispielsweise errichtete der die deutsche Grenze überschreitende ‚Grenzstrom Vindtved Windpark‘, der 2009 durch die Beteiligung von insgesamt 220 deutschen und dänischen Bürgern errichtet wurde, drei der sechs größten und mit 6 Megawatt Leistung ausgestatteten auf dem Markt erhältlichen Windenergieanlagen.